Oktober 2012: TheaterFest Sankt Vith, Belgien

Am Mittwoch wurde ich um 20 vor 6 in Hürth – Kalscheuren am ehemaligen Einhorn abgeholt. Es wartete eine 75-minütige, sehr lustige Autofahrt durch die schöne Eifel in den sehr hügeligen und kurvenreichen, deutschen Teil Belgiens. Um 19.30 kamen wir in Sankt Vith beim TheaterFest an. Nach einigen Begrüßungen gab es zuerst mal Essen vom Buffet. Ich hatte eine Suppe mit Salat und Butterbrot. Um 20 Uhr begannen die Jungs mit dem Aufbau vom Floß. Ozan und ich irrten derweil in Sankt Vith rum und suchten verzweifelt das Hotel, in dem wir schlafen sollten. Zwei Belgier sprachen wir an und zwei davon waren unfreundlich und konnten überhaupt nicht den Weg zu einem Ziel beschreiben! Letztendlich wurden wir natürlich fündig und wieder war das Personal sehr unfreundlich. Ihre Beschreibungsqualitäten konnten wir leider nicht testen, den Weg zurück wussten wir ja nun ;-) Wir ließen uns nur die Schlüssel geben, checkten die Zimmer und fuhren dann zurück zum Theater. Das Floß stand und das Einleuchten begann. Etwas abenteuerlich, aber zum Ende gelang alles. Um viertel nach zwei hingen alle Scheinwerfer in der Position, wie wir sie brauchten. Nach einem letzten Bier und dem Zitat des Abends von Waldemar: „Haben wir EIN Zimmer?“ :lol: ging es ins Hotel und dort schnurstracks auf’s Zimmer. Für mich ging es dann auch nach dem Duschen direkt ins Bett.
Am nächsten Morgen klingelte mein Wecker um 7.20. Die Uhrzeit sollte ich an dem Tag noch öfter hören, aber dazu später mehr! Tropfendes Wasser riss mich dann um viertel vor Acht aus dem Halbschlaf. Da war ich natürlich wach und schaute noch etwas fern. Gegen 8 Uhr stand ich dann wirklich auf und machte mich fertig, auch alle Sachen und Taschen waren dann abfuhrbereit. Gegen 9 Uhr ging ich wie abgemacht zum Frühstück. Sunga und Waldemar saßen schon da und ich gesellte mich dazu. 10 Minuten später kam Hans. Und dann legte er los: Irgendjemand auf unserem Flur hätte sich mit seinem Handy wecken lass. Er hörte das Vibrieren wohl bis in sein Zimmer und das alle 5 Minuten. Erst überlegte ich, dass das ja gar nicht sein kann, dass das von mir kam, andererseits: Von wem sonst? Denn ich hatte das Zimmer direkt neben ihm. „Hans, das könnte von mir gewesen sein.“ Er erzählte dann, wie er beim ersten Mal auf sein Handy schaute und tatsächlich eine SMS hatte. Aber die nächsten Male tat sich nichts auf seinem Handy und dann war er verwirrt. Was mich allerdings verwirrte, war folgendes: Ich ließ mich zusätzlich zu dem Vibrieren mit Musik wecken. Das allerdings hörte er nicht. Und Ozan im anderen Nachbarzimmer hörte mein Vibrieren auch nicht. Aber gut, es war die Story des Tages. Während des gesamten Frühstücks war das das Thema und ich lachte mich natürlich kaputt, wie der Hans das erzählte und die Späße, die daraus entstanden.
Dann ging es aber auch los. Um zehn Uhr kamen wir im Theater an und ich machte mich direkt an die Technik. Wir probierten, programmierten und schmissen alles um. Gegen zwölf sollte dann aber alles stehen. Dann gab es Mittag. Noch relativ relaxt aß ich Suppe mit Kartoffelbrei, Salat und einem Würstchen, danach einen Muffin. Der Tradition folgend ging ich kurz danach noch mal in den Saal und ging die Technik ganz alleine für mich durch. Und plötzlich tauchte ein Fehler bei den Einspielern auf, dann ein zweiter. Ich wurde nervös und verlor komplett den Überblick. Die Jungs konnten mir so kurz vorher natürlich auch nicht weiter helfen. Aber irgendwas musste ich ja machen. Ich ging noch einmal ganz in Ruhe alles für mich durch und schrieb auch mein Buch um. Doch zu dem Zeitpunkt war es bereits eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn. Irgendwann ließ ich es los und warte einfach ab. Dann war es 14 Uhr, die Zuschauer kamen rein und es ging los. Natürlich gab es Dinge, die mich unruhig werden ließen; Dinge, mit denen ich nicht zufrieden war, aber unter diesen ganzen Umständen (Ich hatte das Stück noch nie live gesehen. Ich hatte nicht eine einzige Probe mit richtiger Technik. Der Freak-out eine halbe Stunde vor Beginn.) war es akzeptabel. Kurz vor Ende gab es dann unter den Schülern einen allgemeinen Aufbruch. Merkwürdig war das, aber natürlich mussten wir weiter spielen. Ich ging in die Garderobe, unzufrieden und verwirrt, was los war. Und dort erklärte man uns dann, dass der letzte Bus der Schüler fuhr, wenn sie den verpasst hätten, wären sie nicht mehr nach Hause gekommen. Die Jungs lobten mich dann sehr und sagten, dass ich das wirklich gut gemacht hätte. Mehrere Male bekam ich das zu hören. Nach einer kurzen Pause bauten wir ab, luden alles ein und gingen dann zum Gespräch. Zu jedem Theaterstück gab es immer ein Gespräch, so auch zu unserem. In diesem konnten Meinungen, Kritik und Lobeshymnen geäußert, sowie Fragen gestellt und beantwortet werden. Dann gab es wieder Essen. Und wieder gab es Suppe. Als ich gerade feststellte, wie lecker die war, meinte Waldemar dann zu mir, dass das Kürbissuppe sei. Ich war völlig begeistert und fand die wirklich sehr, sehr lecker. Am Tisch bekam ich dann noch mal gesagt, dass auch die Haustechniker nur gut von mir sprachen. Sie sagten, sie hätten Respekt, dass ich mich das trauen würde und ich das auch gut gemacht hätte. Natürlich habe ich mich da sehr gefreut :D
Eigentlich wollten wir nach dem Abendbrot fahren, aber spontan entschieden wir, uns das 8-Uhr-Stück noch anzuschauen. „Kohlhaas“ hieß das. Toll war’s! Dann fuhren wir aber wirklich los. Direkt zu Beginn mussten wir feststellen, dass der Tank fast leer war und so begann die verzweifelte Suche nach einer Tankstelle. Irgendwann fragten wir dann wieder Jemanden und kamen dann auch auf weiteren Umwegen zu einem kleinen Plastehäuschen, welches die Tankstellte darstellen sollte. Sehr abenteuerlich war das!! Nachdem wir getankt hatten, verlief der Rest der Fahrt problemlos. Sehr müde wurde ich mit der Zeit und so war ich froh, dass ich dann um halb eins endlich daheim war.
Wir wären alle gerne länger auf dem Festival geblieben, um noch mehr Theater zu sehen und neue Leute kennenzulernen. Hans entschied sich ganz spontan dazu, am Samstag noch mal nach Sankt Vith zu fahren. Daraufhin schloss ich mich natürlich an. Um 12 Uhr fuhren wir los, um halb 2 kamen wir erneut in Sankt Vith an. Freudig wurden wir begrüßt, alle waren überrascht, dass wir noch mal da waren. Um 2 Uhr schauten wir das erste Theaterstück des Tages an. Toll war das: „Spettatori“. Ohne Sprache, nur Musik und Tanz – ich genoß einfach die Tänze, verbunden mit Akrobatik. Danach gab es eine kurze Pause und wir hatten jeder ein Stück Donauwelle, richtig lecker war die, denn anstatt mit Sahne war der obere Teil mit Vanillepudding gefüllt. Dann gab es wieder das übliche Gespräch, welches auch sehr interessant war: viele Menschen – viele Meinungen, Eindrücke und Interpretationen. Ich fand die Diskussion wirklich sehr spannend. Dann gab es wieder Essen, wie üblich: Suppe, Salat und Brot. Und wir warteten auf das Stück um 8 Uhr. Auch dieses war wieder ohne Worte, dafür sehr viel Akrobatik. Wieder fand ich es spannend und faszinierend, nur gegen Ende war ich etwas enttäuscht. Nach dem Stück verabschiedeten wir uns recht schnell von allen und fuhren heim. So gegen viertel vor zwölf war ich dann daheim.
Ich habe die Zeit in Belgien wirklich sehr genossen. Ein schönes Festival war das. Ich habe wieder neue Leute kennengelernt, mehr Theater gesehen und neue Erfahrungen gemacht!

Advertisements

Über eure Kommentare freue ich mich natürlich jederzeit

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s