120 km – 7 Tage – 1 Rucksack

Im Mai 2013 begab ich mich auf meine erste – und hoffentlich nicht letzte! – Pilgerreise. Und soviel möchte ich direkt zu Beginn sagen: Der Vorbereitungsstress, das investierte Geld in eine gute Ausrüstung und die Schmerzen während der Reise waren es wert – ich bin total begeistert!!!

Gerne hätte ich meine Vorbereitungen dokumentiert, aber ich war so sehr darin vertieft, die perfekte, leichteste und sinnvollste Ausrüstung zusammen zu stellen, dass ich einfach nicht die Zeit fand, irgendetwas schriftlich oder bildlich festzuhalten. Ich war praktisch Stammgast im Globetrotter und habe es geliebt, dort herum zu stöbern und nach immer neuen Tricks und Kniffen zu schauen.
So kam es also, dass ich am Ende einen Brustbeutel für Kreditkarte, Flugtickets und großes Geld hatte. In meine Gürteltasche kamen mein iPhone, eine kleine Geldbörse, mein Pilgerpass und das Pilgerbuch.
Aber bevor das alles kam, entschied ich mich für leichte und atmungsaktive Wanderschuhe und einen bequemen Wanderrucksack mit einem tollen Trage- und Belüftungssystem. Allerdings hat mein Rucksack nur 32l.
Hinzu kamen eine super leichte und dichte, aber dennoch atmungsaktive Jack Wolfskin-Wind- und Regenjacke, sowie eine Trekkinghose, Trekkingsocken und ein Funktionstuch für meine Haare, ebenfalls von Tchibo.
Außerdem entschied ich mich für einen Kulturbeutel zum Hängen – super praktisch! Alle Hygieneartikel wurden in Miniaturausgabe gekauft, denn es ist wirklich so: Jedes GRAMM zählt!
Als Ersatzschuhe hatte ich persönlich beschlossen, ein paar einfache Crocs einzupacken. Sie waren leicht und trockneten schnell, denn so kamen sie auch beim Duschen zum Einsatz – ebenfalls eine gute Wahl! Zusammengeschnürt wurden sie mit einem Klettverschlussriemen. Somit sparte ich noch etwas Platz.
Desweiteren hatte ich mich, und das war leider nicht die beste Entscheidung, statt eines Schlafsacks für eine Decke, ein Laken und einen kleinen Kopfkissenbezug entschieden. Ich konnte quetschen und drücken, wie ich wollte, der Schlafsack wollte partout nicht in meinen Rucksack passen. Zumindest nicht so, dass ich noch genügend Platz gehabt hätte. Auch ein Compression Bag brachte mich nicht weiter. Mit einem Klemmschlossgurt um die Decke passte diese samt Laken und dem Kopfkissenbezug in Babygröße ins untere Rucksackfach.
Da ich sehr anfällige Füße habe, brauchte ich noch etwas zur Pflege und Vorsorge. Bei einem Gang durch Rossmann entschied ich mich für ein Druckstellen Schutz-Kissen und Zehenkeile. Außerdem dabei waren natürlich Hirschtalg Fußcreme und Blasenpflaster für die Zehen und für die Fersen.
Gebucht hatten wir den Hin- und den Rückflug. Alles andere dazwischen war frei und ungewiss – für mich als Planungsfreak natürlich eine besondere Anspannung, aber in Anspannung steckt ja auch eine Form von spannend und das war es auch!

Bevor ich jetzt zum Tourbericht komme, muss ich noch ganz kurz etwas zu den Kilometerangaben sagen. Insgesamt sind wir 119,9, aufgerundet 120 km, gelaufen. Allerdings ist der erste Stein, den wir gesehen haben, mit 110,5 beschriftet. Warum ist das so? Raimund Joos und Michael Kasper geben eine Antwort, denn ca. 4 km nach unserem Start kamen wir an folgenden Punkt: „[…] 150 m nach dem Dorf befindet sich der Kilometerstein 100. Da die Beschilderung einige Jahre alt ist und sich der Wegverlauf in der Zwischenzeit geändert hat, sind es in Wirklichkeit aber noch 106,8 km bis Santiago.“

Als meine Mutti am Vorabend zu mir kam, wurden noch letzte Vorbereitungen getroffen, alle Gewichte gut aufgeteilt und die Rücksäcke gewogen. Beide wogen zwischen 6 und 7 Kilo.

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Tag 0 – Reisetag: Köln – Frankfurt – Santiago – Lugo – Sarria
05:05 Straßenbahn zum Kölner Hauptbahnhof
06:00 Bus von Köln nach Frankfurt Hahn
13:10 Es ging los!

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15:40 Landung in Santiago
Bus nach Lugo – Auf der Fahrt begannen wir mit dem Hörbuch von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg“.
Bus nach Sarria
Sarria war unser selbstgewählter Startpunkt. Als wir so ca. gegen 20 Uhr dort ankamen (auf irgendeinem komisch verfallenen Bauhof), wartete Mission 1 auf uns: eine Herberge zu finden! Nach Irren und Wirren durch eine scheinbar verlassene Kleinstadt inmitten Spaniens hatten wir Glück und fanden eine tolle Herberge.

Abendbrot gab es aus dem Supermarkt. Gespeist wurde auf einer Parkbank. Schön war’s! Und ich probierte das erste spanische Bier.

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Tag 1: Sarria – Portomarín 23,3 km
Wir starteten so gegen 9:30. Der Weg war schnell gefunden.

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Nur in welche Richtung mussten wir gehen? Schnell kam Abhilfe, denn die ersten Pilger überholten uns. Also immer denen nach. In dieser Kirche rechts hatten wir uns am Abend zuvor unseren ersten Stempel geholt!

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Bald brauchten wir auch die anderen Pilger nicht mehr, denn wir entdeckten sie: die berühmten, gelben Pfeile!
Ab da war’s einfach – immer auf die gelben Pfeile achten! Und eins muss ich sagen: Der Weg war wirklich extrem gut ausgeschildert! Recht schnell entdeckten wir auch den ersten Kilometerstein auf unserem Weg.

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Und los ging es durch eine wunderschöne Landschaft.

Frühstück gab es in einem kleinen Café an der Straße. Und dort hatte ich einen Milchkaffee und mein erstes Bocadillo: Bacon & Cheese. Sehr lecker!
Die Pause war kurz, wir gingen flott weiter.

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Gegen 18 Uhr kamen wir in Portomarin an und da standen wir nun, vor lauter vollen Herbergen mit ersten Fuß- bzw. Knieschmerzen. Glücklicherweise fanden wir noch zwei Betten – in einem gemischten Schlafsaal mit 14 Betten! Hach ja … Ich merkte gleich: Herbergen und gemischte Schlafsäle werden garantiert nicht mein Ding! Am Abend gab es wieder Abendbrot aus dem Supermarkt: Lasagne. Außerdem probierte ich ein weiteres spanisches Bier.

Foto 2
An dem Tag hatte ich mir leichtsinnigerweise einen üblen Sonnenbrand geholt! Das sollte noch böse Ausmaße annehmen.

Tag 2: Portomarín – Ventas de Narón 13,4 km
Da meine Füße doch mehr schmerzten als ich gedacht hätte, ließen wir uns am Morgen Zeit und starteten so gegen 10 Uhr.
Frühstück gab es wieder in einem kleinen Café an der Straße: ein Milchkaffe und ein Bocadillo mit Ei! Richtig lecker!
An diesen Tag erinnere ich mich nur noch dunkel. Was ich allerdings noch klar vor Augen habe, ist, wie ich verzweifelt versucht habe, in einer dunklen Kaschemme nach einer Toilette zu fragen. Erst der hilfesuchende Blick zur Toilette (als ich sie dann gefunden hatte), löste das Kommunikationsproblem und ich durfte „verschwinden“. Aber die zwielichtigen Kerle hatte ich noch vor Augen und die ganze Zeit malte ich mir einen Fluchtplan aus, falls einer von denen mir folgen sollte. Ich entkam – lucky me.
Dieses Mal schliefen wir in einer etwas rustikalen Herberge. Wieder gemischt … Nun ja.

Am Abend saß ich noch in der nur allmählich entschwindenden Abendsonne, hörte gemütlich Musik und entspannte. Zum Abendbrot gab es Eis und wir hörten wieder Hape Kerkeling.

Tag 3: Ventas de Narón – Palas de Rei 11 km
Immer noch von Fußschmerzen geplagt, wartete heute eine eher kurze Etappe auf uns. Frühstück gab es mal wieder in einem Straßencafé: ein Milchkaffee und ein Hähnchen-Bocadillo.
Als wir in Palas de Rei ankamen, erinnerte mich die Umgebung an ein Ferienlager. Die öffentliche Herberge war nicht teuer, aber dieses Mal waren die Betten soo eng gestellt. Das schreckte mich noch mehr ab als die Tage zuvor, und natürlich wieder gemischt.
Ein klitzekleines Stück weiter gab es ein Art Hotel mit Doppelzimmern.

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Und ja – sie hatten noch eins! Das war so toll! An dem Tag hatten wir auch den Nachmittag zum Ausruhen. Wir lagen auf der Wiese in der Sonne und entspannten – herrlich!
Zum Abendbrot gingen wir in das angeschlossene Restaurant und genehmigten uns Pommes mit Knoblauchdip und Bier.
An dem Tag spürte ich auch das erste Mal richtig die Ausmaße von meinem Sonnenbrand. Nicht nur mein Gesicht war verbrannt, auch meine Arme waren krebsrot und meine Ohren waren so verbrannt, dass sich Bläschen bildeten, die so nach und nach alle aufplatzten.

Tag 4: Palas de Rei – Melide 16,7 km
Zu dem Doppelzimmer gehörte auch ein ausgiebiges Frühstück. Es gab Milchkaffee, Toast und riesige Crossaints.
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Nach der erholsamen Nacht und dem reichhaltigen Frühstück starteten wir gestärkt in den Tag. Durch einen kleinen Wald kamen wir in das Dorf. Dort entdeckte ich einen Pilgerladen, … mit Hüten. Und so wanderte ein beiger Sonnenhut (kein Strohhut!) mit gelber Pilgermuschel und der Aufschrift „Camino Santiago“ direkt vom Verkaufstisch auf meinen Kopf. So war der bereits vorhandene Sonnenbrand vor weiteren Sonnenstrahlen geschützt.
In einer nahegelegenen Apotheke versuchte ich dann mit meinen nicht-vorhandenen Spanischkenntnissen und 0% englisches Verständnis bei meinem Gegenüber durch Zeichensprache klar zu machen, dass wir eine Kniebandage brauchten. Und zack – es funktionierte. Das Knie wurde gemessen, eine Größe empfohlen und gekauft. So war auch meine Mutti glücklich und wir starteten verspätet, aber gesundheitlich versorgt, endlich in den Pilgertag.
Schön war der Tag! Sonnig, entspannend, einfach toll!

Halbzeit! Bergfest!

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Ich erinnere mich, dass wir gegen Ende des Tages doch etwas zu kämpfen hatten und hofften, bald in Melide anzukommen. Relativ schnell fanden wir auch eine Herberge, getrennte Schlafsäle! Yes.

Ruhiger wurde es aber nicht, denn wir hatten das Zimmer neben einer Art Aufenthaltsraum und dort saßen am Abend ein paar extra laute Spanier. In unserem Zimmer schliefen 6 Frauen, 2 gehörten zu den lauten Spaniern. Und drei Frauen der restlichen vier (inklusive mir) gingen nacheinander rüber um mal zu fragen, wann sie denn gedenken würden, Ruhe zu geben. Geärgert hat mich dieses rücksichtslose Verhalten sehr, geschlafen habe ich trotzdem irgendwann.

Tag 5: Melide – Ribadiso 11,3 km
Wir sind sehr langsam gelaufen, da sowohl Knie- als auch Fußprobleme vorhanden waren.

Mitten im Wald am Wegrand fanden wir einen kleinen Stand.

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Dort gab es Obst, Kuchen, Kaffee und Wasser zur Selbstbedienung. Wir kauften zwei Bananen und eine Schachtel Erdbeeren. Also setzten wir uns und machten eine Pause. Eine schöne Idee fand ich das!
Wenig später machten wir im „Deutschen Haus“ eine verspätete Mittagspause mit Milchkaffee und Thunfisch-Bocadillo.

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Abends entschieden wir uns für die private Herberge. Verständlicherweise fiel unsere Wahl auf den kleineren Schlafsaal, denn dort gab es „nur“ 16 Betten, aber soo eng mal wieder und schon knacke voll. Später schauten wir uns im großen Schlafsaal mit 32 Betten um und da dieser so gut wie leer war, wechselten wir die Betten. Eine gute Entscheidung!

Foto 3
Zum Abendbrot gab es Bier, Hähnchenfleisch und Pommes. Wir saßen in einer gemütlichen Runde und tauschten Pilgererlebnisse aus. Schön war’s!

Tag 6: Ribadiso – Santa Irene 20 km
Dieser Tag begann neblig.

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Wir mussten durch eine Stadt, wo wir mal wieder unseren Keks- und Obstvorrat auffüllten.

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Nach anfänglichen Fußproblemen lief es immer besser im Laufe des Tages. Und so spazierten wir fröhlich durch gemütlich wirkende Gegenden.

Zum Mittag gab es einen Milchkaffee und Ei-Bocadillo. (Also diese Bocadillos sind wirklich sehr lecker, kann ich nur empfehlen!)
Dieser Tag war leider der erste, der sich etwas zog, da wir einfach keine Herberge fanden. Entweder waren die im Buch beschriebenen nicht mehr an Ort und Stelle oder die Herbergen, die wir anfragten, waren bereits voll belegt. Um uns die Zeit etwas zu verkürzen, sang ich an diesem Nachmittag bis Abend Lieder querbeet von meinem iPhone. Allen voran: Tim Bendzko – mein Held!
In Santa Irene allerdings waren dann noch zwei Betten frei und das war auch die erste öffentliche Herberge, die wir besuchten. Abends um 22 Uhr ging automatisch das Licht aus …

Tag 7: Santa Irene – Santiago de Compostela 24,2 km
… und früh um 6:30 wieder an. Um 8 Uhr mussten alle die Herberge verlassen haben. Das war auch der einzige Tag, an dem wir zu so einer Uhrzeit zu laufen begannen. :lol: Schon nach kurzer Zeit gab es erst mal den traditionellen Milchkaffee und als wir die Bar verließen, begann es zu regnen. Aber wir waren doch vorbereitet. Nur das es den ganzen Tag regnen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Ja, es regnete wirklich den ganzen Tag in Strömen. Also packte ich mir Tim Bendzko auf die Ohren und begann wie zu marschieren. Irgendwie genoss ich es mal ganz alleine durch den Regen zu laufen, nur die Musik, der Wald und ich. Das war richtig toll!
Trotzdem mussten wir natürlich eine Pause einlegen. So machten wir Mittag und genossen einen weiteren Milchkaffee und natürlich ein Bocadillo.
Aber es nutzte nichts, wir mussten ja weiter. Schnell war ich wieder in meiner Ich-mag-den-Regen-Stimmung und somit spürte ich zwar die Regentropfen und auch meine Füße, aber ich lief und lief und lief.
Eigentlich wollten wir in Monte do Gozo einen letzten Stop vor Santiago einlegen, aber als wir dort ankamen, fühlte ich mich mehr wie in einem Auffanglager und wollte dort nicht bleiben. Außerdem taten die restlichen 4 km nun auch nicht mehr weh. Und so liefen wir noch den Berg von Monte do Gozo runter, geradewegs rein nach Santiago. Dort nahmen wir das erstbeste Hotel mit freiem Doppelzimmer und legten uns trocken.
Memo 1 für die Zukunft: Der Regenschutz muss auch irgendwie die Rückseite vom Rucksack abdecken!
Memo 2 für die Zukunft: Zumindest sollte der komplette Inhalt einzeln in Tüten verpack sein!

Wir waren also da, in Santiago – wow! Wir waren die 120 km in nur 7 Tagen gelaufen! Ich hätte gedacht, dass wir viel länger brauchen würden. Stolz und glücklich waren wir auf alle Fälle!

Tag 8: Hotel Santiago – Kathedrale
Wir liefen also am nächsten Morgen noch den Rest des Weges bis zur Kathedrale und besuchten dort die Pilgermesse. Es wurden alle genannt, die an diesem Tag in Santiago ankamen.

Ich habe den Weg sehr genossen, aber das Ereignis dort und die Kathedrale an sich waren nicht so besonders für mich. Wir holten also unsere Pilgerurkunden ab, kauften jeder ein Andenken (T-Shirt für mich, Anstecker mit Pfeil für meine Mutti) und nahmen dann den Bus nach Fisterra, denn jetzt sollte noch eine Woche „richtiger“ Urlaub am „Ende der Welt“ folgen.
Spät abends kamen wir an und hatten wieder die Mission eine Übernachtung zu finden. Intuitiv fanden wir ein ganz tolles Hostel, sehr günstig, sauber und mit Frühstück!

Direkt an dem Abend gingen wir noch ans Meer.

Das Meer!!!

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Die restlichen Tage am „Ende der Welt“
Am nächsten Tag schliefen wir gemütlich aus und genossen ein sehr leckeres Frühstück. Unter Anderem gab es hier wieder diese riesigen Crossaints, aber dieses Mal mit Zucker drüber gestreut. Das war mal richtig lecker!
Danach erkundeten wir den Ort.

Jeden Tag spazierten wir etwas, in immer wieder eine andere Richtung, saßen am Hafen, genossen die Sonne, tranken Kaffee und aßen Eis.

Eines Tages mussten wir natürlich auch noch zum Kap Finisterre, das sogenannte „Ende der Welt“. Dort war’s sehr schön – Meer soweit man gucken konnte. Es ist ein alter Brauch, dass hier Kleidungsstücke oder Schuhe, welche unter den Pilgerstrapazen gelitten haben, verbrannt werden. Das haben wir natürlich nicht gemacht.

Wir saßen dort in aller Ruhe und beobachteten das Meer. Wir resümierten noch mal und befanden Pilgern für toll!

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Auf dem Rückweg kaufte ich mir ein weiteres T-Shirt als Andenken mit der Aufschrift (in spanisch): No pain, no glory! Jawoll. Und ich kann sagen, ich hatte Schmerzen ;-) Außerdem kaufte ich noch eine Jakobsmuschel als Andenken und für Mutti gab es einen Magnet mit einem gelben Pfeil.
Am nächsten Tag ging es mit dem Bus zurück nach Santiago und dann direkt zum Flughafen. Dort gab es ein letztes Bocadillo und zwei Ketten mit Muschelanhänger als Andenken.

Wirklich beschreiben kann man diese Erfahrung nicht. Es war einfach toll, toll, toll – Wahnsinn! Ich habe weder eine spirituelle Begegnung gehabt noch besonders viele Leute kennengelernt, aber auch die kurzen Gespräche waren interessant und am meisten habe ich die rückenschmerzfreie Zeit und das Abschalten genossen.

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Buen Camino!

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4 Kommentare

  1. Oh, ein sehr sehr interessanter Bericht! Tolle Fotos, tolle Landschaft!
    Das würd mich ja auch reizen mal, aber ich habe einen Horror davor, abends in einem Dörflein anzukommen, keine Unterkunft zu finden und dann mit Pech noch mal weiter zu müssen, womöglich dann im dunkeln oder so.
    Und mittlerweile hasse ich schlafen in Schlafsälen, also mit fremden Menschen. Absolut nichts für mich.

    Allerdings geht ein Teil des Jakobswegs zum Beispiel auch durch Würzburg, da hätte man zwar die tolle Landschaft nicht, aber ein Stück wandern, ohne andauernd in eine Karte lurren zu müssen, das wäre ja vielleicht mal ne Gelegenheit. :-)

    Hast du einen Kartenausschnitt von der Strecke, die ihr gelaufen seid?

    Pass du nur gut auf deine Haut auf in der Sonne. Ich bin da ja mittlerweile fast schon paranoid geworden und schau, dass ich mich immer viel eincreme (und ich krieg trotzdem meist einen Sonnenbrand pro Sommer). Auch mit den Kindern in der Schule verlass ich das Haus im Sommer nicht, wenn die Kinder nicht eingecremt sind.
    Pass gut auf auf dich, was einmal richtig verbrannt ist, kann ja nicht mehr rückgängig gemacht werden später. :-(

    1. Also das wir nichts gefunden haben und weiter gehen MUSSTEN, war bei uns nur einmal so. Außer natürlich am Ankunftstag, aber da könnte man ja vorher etwas buchen, wenn man das will. Aber dunkel war es an dem Tag, an dem wir weiter gehen mussten, auch noch nicht. War also noch ok. Man muss halt immer abwägen, ob man noch weiter gehen will oder nicht. Das kann man sich ja auch immer gut einteilen.
      Eigentlich sind da auch genügend Herbergen auf dem Weg, nur am vorletzten Tag war es bei uns eben etwas ungünstig. Wir hatten auch immer genügend Platz, einige waren sogar noch gut leer. Man muss früh genug losgehen, dann ist man auch rechtzeitig in den Herbergen. Wir waren halt in der Früh meistens die Letzten, die die Herberge verlassen haben :lol: (außer eben an dem einen Tag, wo wir raus mussten :lol: Aber selbst an dem Tag waren wir noch fast die Letzten. :lol: Wobei ich an dem Tag schon eher fertig war, weil ich da mal überhaupt nicht schlafen konnte. Gefühlt war ich die ganze Nacht wach und sobald das Licht anging, war ich aus dem Bett. Wäre ich alleine gelaufen, wäre ich an dem Tag schon eher losgelaufen!)
      Manche haben sich da richtig Stress gemacht und sind noch im Dunkeln los (einer mal mitten in der Nacht!! Das muss so um 4, um 5 gewesen sein. Aber dann konnte ich wenigstens schlafen, was hat der geschnarcht und dann noch einen Krach gemacht :-/ ). Die waren dann aber eben auch am frühen Nachmittag am Etappenziel und die ersten in der Herberge.

      Eine Karte braucht man nicht. An jeder Ecke gab es dort gelbe Pfeile. Das Buch war mehr für die Herbergen, Supermärkte, Informatives, etc.

      Also ich habe mal Karten rausgesucht, verlinke die hier aber nur.
      Sarria – Portomarin: http://www.fernwege.de/e/jakobsweg/028/skizze/index.html
      Portomarin – Palas de Rei: http://www.fernwege.de/e/jakobsweg/029/skizze/index.html
      Palas de Rei – Ribadiso: http://www.fernwege.de/e/jakobsweg/030/skizze/index.html
      Ribadiso – Arca de Pino: http://www.fernwege.de/e/jakobsweg/031/skizze/index.html
      Arca de Pino – Santiago de Compostela: http://www.fernwege.de/e/jakobsweg/032/skizze/index.html

      Ja, ich weiß. Der Sonnenbrand war schon arg. Hat mich auch eines Besseren belehrt. Und ich liebe meinen Hut seitdem. :-D Ich hatte den dann permanent auf, egal ob bei Regen, Nebel, Schnee oder eben Sonne :lol: ;-)

    2. Also es gibt ja zwei Gründe, warum man sich in Herbergen einquartiert: Entweder man mag den Flair oder weil es billig ist. Für mich war es wie gesagt auch überhaupt nichts, aber eben billig.
      Es gab auch überall auf dem Weg Pensionen mit Doppelzimmern und auch in manchen Herbergen wurden Doppelzimmer angeboten. Die waren eben schnell weg und zudem teurer.
      Grundsätzlich ist aber beides möglich.

Über eure Kommentare freue ich mich natürlich jederzeit

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